Mittwoch, 07.09. Vorletzter Tag der Vollversammlung: jetzt geht's an die Stellungnahmen!

 Immer wieder eines der Highlights des Tages: die Morgenandacht: Beschwingte Melodien aus ganz unterschiedlichen Teilen dieser Erde. Hier ein Ausschnitt aus einem ungarischen Lied:


In dem thematischen Plenum am Morgen dann ein Grußwort von Pater Alois aus Taizé mit dem Aufruf, christliche Spiritualität profilierter zu leben. Das Grußwort endete mit Liedern aus Taizé. Wie schön, wenn dann über 4000 Menschen aus über 120 Ländern dieser Erde mit einstimmen können. Dem schloss sich ein Grußwort des Archbishops von Canterbury an, Justin Welby.

"Doch keiner von uns sei bereits erfüllt vom Geist der Liebe Christi, betonte er. „In Christi Gebet für sichtbare Einheit geht es darum, uns zur Umkehr zu bewegen und uns einander so nahe zu bringen, dass wir, auch wenn wir nicht vereint sind, als ein Volk am österlichen Mysterium teilhaben“, sagte er. „Aber das zeigen wir nicht Tag für Tag.“

Wir könnten uns den aufwendigen Luxus praktizierter christlicher Spaltung nicht mehr leisten, schloss er.

„Meine einfache Herausforderung an uns alle besteht heute darin, die spirituelle Leidenschaft wiederzufinden, die wir in der Vergangenheit für die Ökumene hatten, und zwar theologisch, in Solidarität mit den Leidenden und in Liebe, die eine Vielzahl an Sünden überdeckt“, sagte er. „Dazu müssen wir uns zusammen unserer Angst vor einander und vor der Welt stellen, wir müssen einander lieben, wir müssen gemeinsam Zeugnis ablegen und auf eine sichtbarere Einheit hinarbeiten, die wir in der Gnade Gottes neu denken.“



Im Geschäftsplenum am Nachmittag ging es dann ans Eingemachte. Der Ausschuss für Public Issues brachte Papiere ein zu den Themen "Klimawandel", "Krieg zwischen Russland und der Ukraine", und "Israel/Palästina". Immer geht es darum, im Konsens die Position der Vollversammlung zu beschreiben. Das führte zu sehr spannenden Diskussionen, gerade auch bei jugendlichen Delegierten, die ihre Positionen von der Tagung im Vorfeld der Synode nicht genug berücksichtigt sahen. Zu dem Papier zu Krieg meldeten sich sowohl Delegierte aus der Russisch-orthodoxen Kirchen zu Wort, die dem Papier heftig widersprachen als auch Beobachter der ukrainisch-orthodoxen Kirche, die mehr an Solidarität sich erwartet hatten. Eine heftige Debatte schloss sich auch an an das Papier über Israel/Palästina. Das darin enthaltene Wort "Apartheid", das von humanitären liberalen israelischen Organisationen wie auch von palästinensichen NGOs verwendet wird zur Beschreibung des Verhaltens des Staates Israel gegenüber den Palästinensern regte gerade in der Deutschen Delegation zum Widerspruch an. Es ist erstaunlich und bewundernswert, wie die verschiedenen Beiträge dann von dem Ausschuss in die Papiere eingearbeitet werden.

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